Fachtagung Selbstbestimmt Leben und Wohnen mit Demenz in der Siegerlandhalle hat Akzente gesetzt

Demenz-Servicezentrum Region Südwestfalen - am 3. Jul 2017

Professor Dr. Reimer Gronemeyer

Die Fachtagung „Selbstbestimmt Leben und Wohnen mit Demenz“ vom Demenz-Servicezentrum Region Südwestfalen im Caritasverband Siegen-Wittgenstein e.V. und dem Kreis Siegen-Wittgenstein griff ein zukunftsweisendes Thema auf

„Wir wollen nicht aus der Gesellschaft fallen.“ So fasste Detlef Rüsing vom Dialogzentrum Demenz der Universität Witten/Herdecke die Bedürfnisse zweier an Demenz betroffener Menschen zusammen. Anlass war die Fachtagung „Selbstbestimmt Leben und Wohnen mit Demenz“, die vom Demenz-Servicezentrum Region Südwestfalen im Caritasverband Siegen-Wittgenstein e.V. in Kooperation mit dem Kreis Siegen-Wittgenstein am 29.06.2017 in der Siegerlandhalle durchgeführt wurde. „Wir liegen mit dem Thema voll im Trend. Dies beweist die Tatsache, dass die Tagung mit 145 Personen ausgebucht war und die Teilnehmer aus vielen Regionen Deutschlands angereist sind.“ so Matthias Vitt, Vorstand Caritasverband Siegen-Wittgenstein e.V.. Viele unterschiedliche Berufsgruppen wie Pflegende, kommunale Vertreter, die Wohnungswirtschaft waren Gäste dieser Veranstaltung. Erstmalig in Siegen kamen bei einer öffentlichen Veranstaltung auch Menschen mit Demenz zu Wort. Den Auftakt machte Professor Dr. Reimer Gronemeyer. Er beschäftigte sich mit der sozialen Seite der Demenz. „In unserer Gesellschaft brechen die Milieus, die Eingebundensein repräsentieren wie Vereine, Parteien oder Kirchengemeinden, weg. Wir vereinzeln. Und die Demenz potenziert dieses Gefühl.“ Der Auftrag demenzfreundlicher Kommunen ist es, die Betroffenen als Menschen wahrzunehmen und nicht als Träger einer Erkrankung.

Dem Vortrag schlossen sich vier Diskussionsforen an, die die Zukunft von Menschen mit Demenz und ihrem längerfristigen Verbleib in ihrem Zuhause thematisierten. Deutlich wurde, dass neben alternativen und unterschiedlichen Wohnformen als Angeobt für Menschen mit Demenz sich Quatiere demenzgerecht weiterentwickeln müssen. Deutlich wurde in allen Diskussionsrunden am Nachmittag jedoch, wie mühselig das praktische Geschäft immer noch ist. Viele Diskutanten bemängelten, dass die formalen Anforderungen immer größer werden und nicht zielführend sind, Menschen in ihrem Quartier alt werden zu lassen. Und das unter der Voraussetzung, dass die Menschen nicht in einer stationären Einrichtung wohnen möchten. Für die Veranstalter hat diese Fachtagung deutlich gemacht, dass ein Scheuklappendenken einzelner Akteure nicht mehr zeitgemäß ist. Eine innovative Weiterentwicklung von unterschiedlichen und alternativen Wohn- und Teilhabeangeboten geht nur in Zusammenarbeit von unterschiedlichen Akteuren und nicht dem ausschließlichen Ausbau stationärer Einrichtungen. Die Kommunen haben dabei die Aufgabe, die vielen hemmenden Faktoren abzubauen und alternativen Wohnformen zur Umsetzung zu verhelfen.

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